Der Name Ueberwasser
In der Schweiz gibt es fast 50 Personen, die den Namen Ueberwasser tragen (ja, mit »Ue« und nicht mit einem grossen »Ü«!). Der Name ist auffällig, in meinem Fall sogar noch mehr als bei andern Trägern des Namens, weil ich halt sehr viel Zeit unter Wasser verbringe. Es gibt sogar Leute, die ihn für ein Pseudonym halten. Nein, es ist wirklich mein Name. Doch was hat es damit auf sich auf sich?
Ganz genau wissen wir nicht, woher der Name kommt. Es spricht aber viel dafür, dass er Westfalen entstanden ist. Dort gab es früher eine Gemeinde Überwasser, die 1903 in die Stadt Münster eingemeindet wurde. Die namensgebende Überwasserkirche stand schon immer in Münster, und zwar auf der anderen Seite des Baches Aa, also über dem Wasser. Der August Bernhard Ferdinand Ueberwasser, der als erster in die Schweiz kam und von dem alle Ueberwassers in der Schweiz abstammen, wurde in Lemgo geboren, einer Stadt die 100km von Münster entfernt ist. Heute noch leben die meisten Überwasser (ja, in Deutschland mit »Ü«, aber nicht in der Schweiz!) in dieser Gegend bzw. etwas nördlich davon.
Doch woher kommt das »Ue«, von dem hier dauernd die Rede ist. Die Namensvettern in Deutschland schreiben sich doch wie gesagt mit »Ü«? Wir können nur raten. Tatsache ist aber, dass Schreibmaschinen mit Schweizer Layout kein grosses »Ü« kennen, weil bei uns an der Stelle das »è« steht. Im Computerzeitalter kann man das Problem mit der CapsLock Taste lösen. Aber der erwähnte erste Ueberwasser in der Schweiz kam anfangs 20. Jahrhundert in die Schweiz. Ich stelle mir vor, dass der Beamte den Namen im Pass anschaute, und weil er ihn nicht tippen konnte, hat er ihn kurzerhand umgeschrieben. Heute sind wir der Meinung, dass dies für uns die einzig richtige Schreibweise ist.
NL
DE
EN 